{"id":1635,"date":"2017-05-12T13:20:44","date_gmt":"2017-05-12T11:20:44","guid":{"rendered":"http:\/\/goethe-schule-harburg.schulhomepages.hamburg.de\/?p=1635"},"modified":"2017-06-04T13:25:58","modified_gmt":"2017-06-04T11:25:58","slug":"geruchsexplosion-im-hafen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/goethe-schule-harburg.hamburg.de\/?p=1635","title":{"rendered":"Geruchsexplosion im Hafen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit gro\u00dfen Schritten zum Chocoversum<\/strong><br \/>\n<strong> Eine Reportage von Sarah Horn<\/strong><\/p>\n<p>Der ganze Hafen scheint ein Potpourri der verschiedensten Ger\u00fcche zu sein. So intensiv wie auf dem Spaziergang am Dienstag, den 18.04.2017, haben wir das noch nie bemerkt. An jeder Ecke, hinter jedem Lagerschuppen duftet es anders. Wir, die 7zm, sind auf einem Ausflug durch den Hafen zum Chocoversum. Nach den ersten 100 Metern riecht es nach Essig. Ich frage meine Freundin: \u201eRiechst du auch diesen intensiven und interessanten Essiggeruch?\u201c Sie antwortet: \u201eEssig?! Es riecht vergoren, es stinkt.\u201c So unterschiedlich kann Geruch wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Wir gehen in der K\u00e4lte und gegen den Wind weiter. F\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter laufen wir wieder an Lagerhallen vorbei. Diesmal riecht es angenehm nach Kakao. Wir schauen uns um und entdecken ein Schild mit dem Namen \u201eQuast &amp; Cons.\u201c.<\/p>\n<p>Diese Firma ist nur eines von vielen Unternehmen im Freihafen Hamburgs. Sie besteht seit dem Jahr 1911 im Hafen, welcher wiederum mittlerweile zu den gr\u00f6\u00dften und wichtigsten Umschlagpl\u00e4tzen der Welt geh\u00f6rt. \u201eQuast &amp; Cons.\u201c ist ein reines Hamburger Unternehmen. Sie lagern und handeln haupts\u00e4chlich Kakao, aber inzwischen manchmal auch Kaffee, da die Firma so gro\u00df geworden ist.<\/p>\n<p>Wir haben ungef\u00e4hr ein Viertel der Strecke geschafft. Inzwischen sind wir am Hafenmuseum angekommen. Alle schauen sich um, es ist beeindruckend, wie viele alte Hafenmaschinen, alte Container und alte Autos dort stehen.<\/p>\n<p>Das Hafenmuseum ist eine Au\u00dfenstelle des Museum der Arbeit. Es bietet eine Ausstellung, Aktionstage und vieles mehr an. Der Eintritt ist f\u00fcr Kinder und Jugendliche frei. Das Museum der Arbeit passt sich auch der heutigen Zeit an. Mittlerweile hat es sogar Snapchat.<\/p>\n\n<p>Nach einer kleinen Fr\u00fchst\u00fcckspause spazieren wir weiter. Die H\u00e4lfte ist geschafft. Uns ist entweder kalt, die F\u00fc\u00dfe tun weh oder wir k\u00f6nnen nicht mehr. Erst riechen wir lange nichts, doch dann pl\u00f6tzlich schnuppert es nach Pfeffer. Es kitzelt ein bisschen in der Nase. Wenn man ganz tief einatmet, tut es leicht weh. Wir sind schon fast am zweiten Halt, da gehen wir an einer \u00d6lfirma vorbei. Hier riecht es sehr nach \u00d6l.<\/p>\n<p>Eine \u00d6lfirma im Freihafen Hamburgs hei\u00dft z.B. \u201eH&amp;R\u201c. Die Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr \u201eHansen &amp; Rosenthal\u201c, eine Firma die seit ca. seit 1920 besteht. Sie stellen qualitativ hochwertige Wei\u00df\u00f6le, Paraffine, Grund\u00f6le, Spezial\u00f6le und Weichmacher f\u00fcr Reifen und Vaseline her. \u201eH&amp;R\u201c ist weltweit aktiv.<\/p>\n<p>Nach einer weiteren halben Stunde sind wir am Elbtunnel angekommen. Wir alle gehen durch den Elbtunnel. Es ist angenehm, mal keinen kalten Wind zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Der Elbtunnel w\u00fcrde 1911 er\u00f6ffnet. Er wurde gebaut, da der Hamburger Hafen damals schnell wuchs und man den starken Elbverkehr entlasten wollte. Der Bau war schwierig, da er unter \u00dcberdruck stattfand und die Gefahr gro\u00df war, dass Wasser in die Baustelle eindringen konnte. Gestartet wurde der Bau unter der Leitung von Otto Stockhausen im Jahr 1907. Seit 1975 hei\u00dft der auch \u201eAlter Elbtunnel\u201c, weil es ja mittlerweile einen zweiten Tunnel f\u00fcr den Autoverkehr gibt. Der Tunnel f\u00fchrt unter der Norderelbe mit einer L\u00e4nge von 426,5m entlang. Der alte Elbtunnel verbindet die Elbinsel Steinwerder mit den St. Pauli Landungsbr\u00fccken. Man kann ihn als Fu\u00dfg\u00e4nger, Fahrradfahrer oder mit dem Auto an bestimmten Tagen passieren. Er steht seit 2003 unter Denkmalschutz.<\/p>\n<p>Nach einer kurzen Fahrt mit der S-Bahn kommen wir endlich im warmen und gem\u00fctlichen Chocoversum an. Meine Klasse freut sich, endlich da zu sein und ist super gl\u00fccklich, keinen kalten Wind an der Nasenspitze zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Das Chocoversum wurde 2012 im Me\u00dfberghof er\u00f6ffnet. Es ist eine Ausstellung zum Probieren. Das Chocoversum wird in Kooperation mit dem Bremer Schokoladenhersteller \u201eHachez\u201c betrieben.<\/p>\n<p>Wir machen dort unsere F\u00fchrung. Als Erstes wartet ein leckerer Schokoladenbrunnen auf uns. Wir halten Waffeln unter kleine Zapfh\u00e4hne und probieren die leckere Vollmilchschokolade. Es schmeckt k\u00f6stlich. Als Zweites k\u00f6nnen wir frische, unverarbeitete Kakaobohnen probieren. Es schmeckt nicht wie erwartet nach Kakao, sondern nach Frucht und auch nach Nuss. Nicht alle finden dieses Geschmackserlebnis gelungen.<br \/>\nAls Drittes d\u00fcrfen wir unsere eigene Tafel Schokolade gestalten. Dazu gibt es verschiedene Toppings, wie z. B. Smarties, getrocknete Fr\u00fcchte, Streusel und auch Gew\u00fcrze. Als Viertes sprechen wir \u00fcber den Anbau von Kakao. Heutzutage wird nur noch selten Edelkakao angebaut. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der weltweiten Kakaoproduktion ist einfacher, qualitativ schlechterer Kakao. Dieser l\u00e4sst sich jedoch billiger produzieren.<br \/>\nJede\/r von uns probiert ein St\u00fcck Schokolade. Wir sollen herausfinden, welche Kakaosorte verwendet wurde. Wir vermuten, dass es Bitterschokolade ist. Jedoch sagt man uns, dass es eine hochwertige Vollmilchschokolade sei, welche nur noch selten hergestellt wird. Als N\u00e4chstes probieren wir ger\u00f6stete Kakaobohnen. Die Bohnen sind sehr bitter und schmecken uns gar nicht.<\/p>\n<p>Nun schauen wir uns den Herstellungsprozess der Schokolade an. Die Produktion jeder Tafel dauert etwa hundert Stunden. Die erste Maschine zermahlt die ger\u00f6steten Kakaobohnen. Dabei entsteht ein dicker Brei, da die Kakaobohnen soviel Fett enthalten. Auch diesen Brei probieren wir. Er schmeckte immer noch bitter.<br \/>\nWir schauen uns noch weitere Maschinen und den Verlauf der Produktion an. In der letzten Maschine sieht die Masse wie richtige, fl\u00fcssige Schokolade aus und wird dort 48 Stunden lang ger\u00fchrt, damit sich alle Zutaten gut vermischen und die Schokolade sch\u00f6n zart ist.<br \/>\nSchlie\u00dflich sehen wir uns noch die Verpackungsmaschine an und unsere F\u00fchrung ist zu Ende. Jede\/r bekommt nun seine selbst gestaltete Tafel Schokolade und wir schauen uns noch im Shop des Chocoversums um. Quasi alles dort ist aus Schokolade: Nudeln, Pflegeprodukte, Gesellschaftsspiele und sogar Badeenten.<br \/>\nVom Chocoversum sind wir begeistert und kommen gerne wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit gro\u00dfen Schritten zum Chocoversum Eine Reportage von Sarah Horn Der ganze Hafen scheint ein Potpourri der verschiedensten Ger\u00fcche zu sein. So intensiv wie auf dem Spaziergang am Dienstag, den 18.04.2017, haben wir das noch nie bemerkt. An jeder Ecke, hinter jedem Lagerschuppen duftet es anders. 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