{"id":7697,"date":"2019-11-14T19:32:04","date_gmt":"2019-11-14T18:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/goethe-schule-harburg.hamburg.de\/?p=7697"},"modified":"2021-04-19T19:44:08","modified_gmt":"2021-04-19T17:44:08","slug":"der-anfang-und-das-ende-jeglicher-fantasie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/goethe-schule-harburg.hamburg.de\/?p=7697","title":{"rendered":"Der Anfang und das Ende jeglicher Fantasie"},"content":{"rendered":"<p><em>Sch\u00fclerinnen des 13.Jahrgangs der GSH erforschen M\u00f6glichkeiten und Grenzen von Virtual Reality im Rahmen eines Workshops im Kreativspeicher M28 in der Speicherstadt.<\/em><\/p>\n<p><div id=\"attachment_1576\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/goethe-schule-harburg.hamburg.de\/wp-content\/uploads\/sites\/155\/2019\/11\/VR_1.jpeg\" data-rel=\"lightbox\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1576\" class=\"wp-image-1576 size-medium\" src=\"https:\/\/goethe-schule-harburg.hamburg.de\/wp-content\/uploads\/sites\/155\/2019\/11\/VR_1.jpeg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1576\" class=\"wp-caption-text\">Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des 13. Jahrgangs beim VR-Workshop.<\/p><\/div>Bei welchen Fragen treffen sich Biologie und Philosophie, Kunst und Technik? Sicherlich nicht bei den leichten, den Allerweltsfragen, die schnelle Antworten versprechen. Eine gro\u00dfe Schnittmenge gemeinsamer Fragestellungen ergibt sich jedoch im Hinblick auf die Themen Wahrnehmung, Realit\u00e4t, Schein und Sein, Abbild und Original. Denn unweigerlich f\u00fchrt uns die Frage danach, wie der Mensch die Welt \u2013 Was ist das? \u2013 wahrnimmt, von der Ebene der biologisch beschreibbaren Prozesse zu den Kernfragen des Philosophierens und unseres Menschseins: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Erzeuge ich meine eigene Realit\u00e4t? Wer bin ich und wer will ich sein? Und der Blick eines K\u00fcnstlers, gedacht sei an Ren\u00e9 Magritte genauso wie an die von Jeff Koons, Marina Abramovic und Olafur Eliasson entwickelte VR-Kunstplattform Acute Art, gestaltet diesen Fragehorizont oft in eindrucksvollen Werken.<\/p>\n<p>Mit solchen Fragen waren also am 12. September 2019 die siebzehn Sch\u00fclerinnen des Oberstufen-Kunstprofils im Forschungs- und Transferzentrum (FTZ) Digital Reality der HAW Hamburg genau richtig, als sie sich gemeinsam mit ihrem Biologielehrer Herrn Kahlert und ihrer Philosophielehrerin Frau Wandrow \u00fcber aktuelle Trends in der VR-Technologie informieren lassen wollten. Im Vordergrund des Workshops, der von Manuela Uhr und Anna Wolf geleitet wurde, stand dabei vor allem die Frage nach der technischen Erzeugung und Umsetzung digitaler Welten.<\/p>\n<p>F\u00fcr den gr\u00f6\u00dften Teil der Sch\u00fclerinnen war es eine vollkommen neue und spannende Erfahrung mittels der freeware UNITY und unter der professionellen Anleitung von Manuela Uhr eine eigene digitale Szenerie zu erschaffen, die dann mittels VR-Brille auch noch Schritt f\u00fcr Schritt durchlaufen werden konnte. Nach dem Prinzip \u201etry and error\u201c vorgehend gerieten selbst blutige Anf\u00e4ngerinnen in den Sog, die eigene Fantasiewelt weiter ausbauen und perfektionieren zu wollen. Und somit schafften es die Teamerinnen, was ihr erkl\u00e4rtes Workshop-Ziel war, junge Frauen von der passiven Rolle einer Zuschauerin oder Spielerin in die aktive Rolle einer kreativen Gestalterin eines eigenen VR-Spiels zu versetzen.<\/p>\n<p>Das Interesse war geweckt: Und so stellten sich bei den Sch\u00fclerinnen des Abschlussjahrganges schnell berufsorientierende Anschlussfragen danach, wer an der Entwicklung von Virtual Reality beteiligt sei. Und die Liste der Studienberufe ist lang: Designer, Artist, Programmer, Level designer, Sound designer, Music composer, Marketing expert etc. pp. Welche beruflichen Chancen und M\u00f6glichkeiten in diesen neuen, an der HAW Hamburg studierbaren Berufsfeldern liegen, erfragten die Sch\u00fclerinnen im Gespr\u00e4ch mit den Expertinnen genau.<\/p>\n<p>Kritischer noch geriet auch in den anschlie\u00dfenden Diskussionen in der S-Bahn und im Philosophieunterricht in den Blick, welche Vor- und Nachteile die Erschaffung von virtuellen Welten f\u00fcr das gesellschaftliche Leben der Menschen mit sich br\u00e4chte.<br \/>\nVirtuelle Welten hat sich der Mensch schon immer geschaffen: in Mythen und Legenden, in M\u00e4rchen und Romanen, im Film und in der Kunst. Und der Verzicht auf Virtualit\u00e4t w\u00e4re gleichbedeutend mit dem Verzicht  auf jegliche Fantasie, gleichbedeutend mit der Ausrottung gedanklicher Utopien, gleichbedeutend mit einem Begr\u00e4bnis all unserer Tr\u00e4ume und der Todessto\u00df f\u00fcr jeden Gedanken, der nicht schon Realit\u00e4t ist. (nach Ulrich Mergez, 2013)<\/p>\n<p>Ausgehend also von der Erkenntnis, dass unsere Zukunft durch den Begriff der Mixed Reality oder Augmented Reality, d.h. das Einblenden digitaler Inhalte in die reale Umgebung am ehesten charakterisiert werden kann, hinterfragten die Kursteilnehmerinnen zun\u00e4chst, wann VR-Technologie als geniales Hilfsmittel, das Fantasie, Tr\u00e4ume und Utopien lebendig werden lassen kann, zum Medium f\u00fcr Weltflucht gerate. Klar ist allen, ein Zur\u00fcck aus virtuell \u00fcberformten Welten gibt es heute sicher nicht mehr. (Pia B.) So bleibt die Frage, wie damit umzugehen sein wird. Wollen wir eine als zu langweilig empfundene Realit\u00e4t in Zukunft nicht mehr? (Lea B.) Wieviel virtuelle Freiheit brauchen wir? Wieviel Freiheit findet man in VR? (Antonia B.) Messen wir die reale Welt an der virtuellen oder umgekehrt? (Luca K.)<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfende Antworten haben die Sch\u00fclerinnen der GSH noch nicht. ABER erst Ideen, langsam sich entwickelnde und noch zu pr\u00fcfende Anschauungen. Ein Gedanke macht allerdings Mut, egal wohin VR-Technologien sich entwickeln: Wenn \u201ekritisches Denken weiter gew\u00e4hrleistet\u201c (Catherine B.) ist, sind wir in der Zukunft f\u00fcr die Auseinandersetzung mit den Produkten der Verschmelzung von realen und virtuellen Welten gut aufgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00fclerinnen des 13.Jahrgangs der GSH erforschen M\u00f6glichkeiten und Grenzen von Virtual Reality im Rahmen eines Workshops im Kreativspeicher M28 in der Speicherstadt. 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